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Spreadshirt versagt und sucht nun Social Media Ambassador

Nun hat auch Spreadshirt endlich den “Schuss gehört” und stellt Jemanden ein, der sich um die Social Media Aktivitäten des Unternehmens kümmert. Offizielle Stellenbezeichnung = Social Media Ambassador (Ambassador = Repräsentant).

Dabei ist der Leipziger T-Shirt-Produzent bisher keineswegs untätig gewesen, was Social Media angeht. Fleißig wurden Accounts bei Twitter, MySpace, Youtube, Flickr und Facebook angelegt. Auch ein Corporate Blog wird täglich mit neuen Artikeln gefüttert.

Aber nirgenwo anders bedeutet “dabei sein ist alles” so wenig wie beim Social Media Marketing. Als stümperhaft und kläglich kann man die bisherigen Versuche von Spreadshirt bezeichnen auf den Social Media Plattformen Fuß zu fassen. Es hakt an allen Ecken und Enden, um sich als kompetentes Unternehmen in Sachen Mode und Design darzustellen.

Ich mache mal eine kurze Bestandsaufnahme des aktuellen IST-Zustands.

Der Spreadshirt-Blog

Inhaltlich kann man den 4 Bloggern von Spreadshirt nichts vorwerfen. Partnershop-Betreiber und Affiliates erfahren regelmäßig was es so Neues gibt. Produktneuheiten, zusätzliche Schriftarten und Hinweise auf Webinare dürften für jeden, der sich näher mit Spreadshirt beschäftigt, sehr interessant sein. Was mir sauer aufstößt ist die gesamte Umsetzung.

Alles beginnt beim tristen und häßlichen Blog-Design. Spreadshirt versucht hier das Corporate Design der Website bis ins letzte Detail gnadenlos durchzuziehen. Warum auch immer, hat man sich für diese unmögliche Schriftart entschieden, die in Kombination mit einer endlosen Zeilenlänge und einer etwas zu kleinen Schriftgröße dafür sorgt, dass man gar keine Lust hat auch nur einen Satz zu Ende zu lesen. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Autoren eine Vorliebe für Schachtelsätze haben.

Aber nichts gegen die Autoren. Allesamt sind durchaus sympathisch und reagieren umgehend auf jeden Kommentar, sei er noch so kritisch. Souverän ist wohl das richtige Wort, um den Umgang mit den Lesern zu beschreiben.

Aber zurück zum Design. Für ein Unternehmen das Unmengen an Innovationspreisen abgesahnt hat, erwarte ich einfach ein ansprechendes und einzigartiges Design. Statt hier künftige Web3.0 Elemente bewundern zu dürfen, findet man hier Web1.0 in seiner hässllichsten Form. Insgesamt wirkt der Blog wie von einem Schuljungen zusammengezimmert. Die Sidebar ist vollkommen unaufgeräumt. Mini-RSS-Icons laden zum Ignorieren ein. Wichtige Social Bookmark Icons wurden ganz nach unten verbannt.

Lobenswert der Versuch die Inhalte mit Videos attraktiver zu gestalten. Aber Bildqualität und Ton wollen gar nicht so recht an ein multinationales Unternehmen mit Millionenumsätzen erinnern. Mein Gott es wird doch noch genug Geld da sein, um sich ein vernünftiges Mikrofon und eine ordentliche Kamera zu leisten. Da ist ja meine Privatausstattung professioneller. Mensch es geht um euren Außenauftritt und ihr seid nicht die Abschlussklasse ‘06 sondern ein Unternehmen mit Ambitionen.

Wenn mich meine Erfahrungen in der Blogosphäre eines gelehrt haben, dann dass deutsche und internationale Leser vollkommen unterschiedliche Ansprüche an das Blog-Design haben. Während wir Deutschen eine klare und simple Blogstruktur bevorzugen, darf man als Blogger für das internationale Publikum gern auch mal tiefer in die Kreativitätskiste greifen.

Spreadshirt scheinen die unterschiedlichen Anforderungen der regionspezifischen Lesergruppen relativ “schnurz” zu sein, denn man verwendet für 5 Regionen ein und dasselbe Theme. Ist es Bequemlichkeit oder unterschätzt man hier seine Möglichkeiten dem Leser noch mehr gefallen zu können?

Spreadshirt-Blog

Spreadshirt-Blog

Spreadshirt auf MySpace

Hier hat man sich auf die englischsprachige Fangemeinde konzentriert, was angesichts des Erfolges von MySpace bei dieser Zielgruppe, verständlich ist. Auch hier zeigt sich dem Besucher die Lustlosigkeit für kreative Gestaltung. Aber das Thema hatten wir schon.

Ein kleiner Text worum es bei Spreadshirt geht, 2 Videos und ein eigenes Widget zieren die MySpace-Seite. Ganz ok. Aber warum haben einige der 3.717 Freunde von Spreadshirt einen professionelleren Auftritt als unser innovatives Unternehmen aus Leipzig?

Hier mal die MySpace-Seite von Tila Tequlia, die zeigt wie es geht:

Tila Tequila

Tila Tequila

Spreadshirt auf YouTube

Dachten wir mit dem Blog und der MySpace-Seite bisher die Spitze des schlechten Geschmacks erreicht zu haben, so belehrt uns der YouTube-Kanal von Spreadhsirt eines Besseren. Unglaublich.

Auch über die Qualität der Videos habe ich ja bereits deutliche Worte verloren. Inhaltlich scheinen die Verantwortlichen hier alles zu veröffentlichen was ihnen vor die “Handycam” kommt. Nur so sind die 2-stelligen Zugriffszahlen zu erklären, die höchstwahrscheinlich durch das alleinige Interesse der Spreadshirt-Mitarbeiter zustande kommt.

Hilfreiche und gut gemachte Videotutorials würden wohl deutlich besser ankommen. Aber darauf ist man wohl bisher nicht gekommen.

Spreadshirt auf YouTube

Spreadshirt auf YouTube

Spreadshirt auf Flickr

Nicht meckern kann man über die Aktivitäten bei Flickr. Zum Teil werden hier die Produkte sehr stilvoll präsentiert. Die Auswahl der Models ist ansprechend und die Qualität der Fotos überzeugt.

Spreadshirt auf Facebook

Wie Spreadshirt seine Arbeit auf Facbook macht kann ich leider nicht beurteilen, da meine Freundschaft wohl noch nicht bestätigt wurde. Allerdings weisen 210 Freunde von Spreadshirt bei Facebook auf keinen besonders großen Erfolg hin.

Spreadshirt bei Twitter

Vorbildlich ist die Twitter-Nutzung durch Spreadshirt. Aufmerksam verfolgt man jeden Tweet, der mit Spreadshirt zu tun hat, um gegebenenfalls intervenierend einzugreifen, wenn ein Kunde seinen Frust mal wieder Luft gemacht hat. Aktiv wird versucht Kontakt zum Endverbraucher aufzunehmen, was durchaus gelingt.

Fazit

Spreadshirt bewegt sich auf allen wichtigen Schlachtfeldern des Social Media Marketing, doch stellt man sich in vielen Bereichen unkreativ und stümperhaft an. Der Auftritt in den neuen Sozialen Medien sind das neue Aushängeschild eines Unternehmens. Man kann es sich nicht leisten hier nur “halbe Kraft” zu fahren.

Spreadshirts Außenauftritt lässt mich ernsthaft an deren Kompetenz als kreatives und innovatives Unternehmen zweifeln. Wenig interaktive Elemente. Das Design hängt in den 90er Jahren fest und von “sexy Webdesign-Lösungen” ala JQuery und Ajax scheint man noch nie etwas gehört zu haben.

Es bleibt festzuhalten, dass der neue Social Media Ambassador vor großen Aufgaben steht. Wenigstens sind die Fußstapfen in die er treten muss nicht allzu groß.

Diejenigen die wissen wollen wie man es richtig macht, lesen sich bitte die 10 harten Wahrheiten über Corporate Blogs durch“.


Was denkt ihr über die bisherige Arbeit von Spreadshirt? Schreibt in den Kommentarbereich.

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Comments

17 Responses to “Spreadshirt versagt und sucht nun Social Media Ambassador”
  1. were sagt:

    Ich bin mit dem Blog durchaus zufrieden. Schliesslich liegt die Kernkompetenz von Spreadshirt im T-Shirt- und nicht im Webdesign. ;) my2cents

  2. hallo david,

    vielen dank für deine bewerbung bei uns als social media ambassador und diesen post.
    wie du schon richtig angemerkt hast, ist eine zentrale anforderung der “souveräne umgang mit kritik”, daher will ich versuchen, auf die wichtigsten punkte einzugehen:

    - das blog ist seit dem launch 2006 jedes jahr gewachsen, v.a. im letzten jahr. *wir* sind mit den entwicklungen eigentlich soweit ganz zufrieden, es ist ja eine langfristige investition (s. dein smashing mag link). aber besser machen kann man es immer.

    - vieles was du anbringst, hat meiner ansicht nach mit “geschmacksache” zu tun. ich kenne eine reihe von blogs & youtube channels, die weitaus hässlicher sind – und trotzdem viel erfolgreicher sind als wir. liegt vielleicht auch daran, dass die inhalte häufig ja syndiziert werden (also im RSS reader oder woanders konsumiert werden). und wie du ja auch weisst, ein blog ist ein “work in progress”, bewegung und entwicklung darf man ihm ruhig ansehen. dass es unser corporate design “gnadenlos durchzieht”, haben wir bewusst so verlangt, damit der bruch zwischen webseite und blog, grade für unbedarfte leser, die z.b. von einem newsletter kommen, nicht so drastisch ist und das hin&her springen aber auch der einstieg vereinfacht wird.

    - gleiches gilt für unsere videos: es ist ganz im sinne unserer marke, dass wir nicht nur glatt gebügelte corporate videos online stellen, es darf, soll, muss “menscheln”. bei starbucks, mcdonalds oder H&M kommst du mit mitarbeitern in berührung, bei uns halt nicht. von daher: ein blick hinter die kulissen ist vlt. nicht für jeden interessant, und sicher hat ein interview zu einem sehr speziellen thema weniger zugriffe als z.b. lukaszs “wackelvideo rundgang” (an die 50,000 abrufe) oder “hands per piece” (mit insgesamt mehr als 100,000 abrufe). damit sind wir aber eigentlich auch zufrieden, weil das leute sind die sich die filme schließlich freiwillig anschauen, weil sie uns besser kennen lernen wollen. da muss man nicht nach jedem video tränen in den augen haben und WOW sagen.

    - zum thema kanäle an sich noch eine anmerkung: wir müssen uns fokussieren. wie du richtig bemerkt hast, sind wir auf insgesamt 5,5 kanälen aktiv – und bauen die stück für stück aus – bislang übrigens ja ganz ohne “social media ambasador”.
    wenn du das mit den richtig großen unternehmen (also die 100 bekanntesten marken) vergleichst, wirst du feststellen, dass das methode hat: erstmal einen claim abstecken und dann sehen, was wie wo funktioniert udn “standard” wird (stell dir vor, wir hätten volle kanne auf orkut oder friendfeed gesetzt).
    zum vergleich: laut http://www.engagementdb.com gibts vlt. 20-25 unternehmen gibt, die derzeit mehr als 7 kanäle bedienen, die meisten aus dem tech-sektor (wie nokia, dell, google, SAP, cisco), mit tweise mehr als 30 mitarbeitern. damit ist noch nicht gesagt, dass sie in allen kanälen top notch sind.

    daher: ja, es gibt viel zu tun für den social media ambassador. aber dass er bei 0 anfängt, ist mir ein bissl zu reißerisch und sehe ich aus den o.g. gründen eigtl. nicht so.

    viele gruesze aus leipzig und alles gute,

    ami.)

  3. Denyo13 sagt:

    Wollte den Beitrag bookmarken um ihn mir später durchzulesen. Leider habe ich die “wichtigen Social Bookmark Icons” zuerst gar nicht gefunden. Scheinbar wurden Sie “ganz nach unten verbannt”. Leider ohne Icons und ohne Mister Wong :-(

  4. DavidG sagt:

    @were: sicherlich gibt es User, die mit Spreadshirts bisheriger Arbeit ganz zufrieden sind. Vieles ist ja auch Geschmackssache. Dennoch kann man nicht abstreiten, dass in den genannten Bereichen noch viel Luft nach oben ist.

    Auch mit Kernkompetenzen hat das reichlich wenig zu tun. Wo liegen denn die Kernkompetenzen von Adidas, Nike oder Starbucks? Wer die Kompetenzen nicht hat, der kauft sie ein, so wie es Spreadshirt jetzt auch vor hat.

    @andreas milles: Wie du wieder mal beweist, ist euer Umgang mit Kritik wirklich vorbildlich. Weiter so. Deine Antworten auf die Kritkpunkte sind eine Erklärung, aber keine Entschuldigung.

    Du hast Recht, vieles ist Geschmackssache. Aber gute Usability ist weit weniger vom Geschmack abhängig. ;-)

    Was die Videos angeht darf es natürlich “menscheln”. Das bringt viele Sympathien. Aber einen ordentlichen Ton darf man sich dennoch wünschen oder? Und wenn unter den Videomassen auch das ein oder andere “Krachervideo” dabei ist wär das auch nicht schlecht oder? Warum gebt ihr euch so schnell mit dem Erreichten zufrieden? Zufriedenheit führt zu Stillstand. Mensch hier ist einfach mehr drin. Man muss es nur wollen.

    Was das bedienen der unterschiedlichen Kanäle angeht, so kann man mit relativ geringen Aufwand Blog, Twitter, Facebook und Youtube gleichzeitig recht gut managen. Die Inhalte die man hier veröffentlicht sind nahezu überall die gleichen, so dass man das ganz gut abstimmen kann.

    Ich mag euer Unternehmen und die Idee dahinter. Ihr seid innovativ und habt unglaublich viele junge und kreative Leute. Nur deshalb ist meine Enttäuschung über das bisher gezeigte so groß.

    Mit der Anstellung eines Social Media Ambassadors seid ihr denke ich auf dem richtigen Weg. Viel Erfolg weiterhin.

    @Denyo13: typischer Fall von “Wer im Glashaus sitzt…” Gut dass ich kein multinationales Unternehmen mit großen Ambitionen bin, sonst müsste ich jetzt einen kritischen Artikel über meinen eigenen Blog schreiben ;-)

  5. hehe Social Media Ambassador
    ______________________________________________
    Nokia 6310i

  6. Daveigh sagt:

    You can always tell an expert! Thanks for cnotirtbuing.

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